Einmal achtfache Hektik inklusive... 08.05.2010 

dscn0270_1024Natürlich entwickeln sich Steckenentwürfe im Laufe der Zeit – auch in Dahlheim war und ist das nicht anders. Die vorliegende – knapp 18 Meter lange Scalextricpiste stellt wohl mittlerweile das Optimum dar, welches vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Platzverhältnisse erreichbar scheint. In der heutigen Form existiert die Piste seit 2003, wobei die Grundstruktur aus dem Jahr 2001 datiert, jedoch um 70cm verlängert wurde. Den Anfang machten jedoch Entwürfe, mit und ohne Überfahrten, die vor dem Hintergrund der Bahndienstpflichten und dem damit verbundenen Kriterium der Einsehbarkeit nicht den Idealzustand widerspiegelten. Heute können hingegen 5 Einsetzer die freie Fahrt rund um den Kurs gewährleisten, ohne einem Piloten im Wege zu stehen – darauf kommt es fraglos an.

 

Das 8spurige Layout der Scalextricclassicbahn sorgt zwangsläufig dafür, dass alle Kurven gleichförmige Verläufe auszeichnen, da lediglich 4 Radien im Angebot des Herstellers vorzufinden sind. Gerade sich öffnende oder zuziehende Kurvenkombinationen, die insbesondere für die Holzbahnen in der nahen Umgebung typisch sind, sucht man damit vergebens. Da das Schienenmaterial alt und aufgrund seiner produkttypischen Eigenart nicht eben ist bzw. sein kann, war eine zusätzliche Fixierung, über die obligatorischen Klammerverbindungen hinaus, notwendig. Mit kleinen Stiftnägeln wurden den Geraden damit die gröbsten Unebenheiten ausgetrieben. Trotz allem kommt es natürlich schon einmal vor, dass auf den Geraden ein Fahrzeug unvermittelt seinen Slot verlässt, sofern das Modell zu flach abgestimmt ist, der Leitkiel eine zu geringe Eintauchtiefe zeigt oder einfach das Schicksal es mit dem Piloten nicht gut meint.       

 

dscn0271_1024Die Rennstrecke selbst ist vollständig von Randstreifen umsäumt, die jedoch ein unzweifelhaftes Eigenleben auszeichnet. Die fehlende zusätzliche Fixierung, im Vergleich zu Randstreifen aus dem Hause Carrera, macht die Fahrt im Driftgrenzbereich immer zum Ritt auf der Kanonenkugel – 20 Runden geht die Vollgashatz gut – doch eine Runde später verliert man durch die Einsetzertätigkeit des Streckenpostens vielleicht mehr, als man vorher an Zehnteln aus seinem Boliden herausquetschen konnte. 

 

Die erste Linkskurve nach Start und Ziel durchfahren die Modelle bei Rennstart stets gemeinsam – gerade bei Fahrten mit F1-Monoposti kann es hier schon mit Rennbeginn zu größeren Verwicklungen kommen.

 

Die Brückengerade zur Überfahrt mündet in eine S-Kombination mit anschließender Haarnadel. Besonders in diesem Streckenbereich kann der Streckenunkundige viel Zeit verlieren, da er die kurven Zwischengeraden nicht zur Zusatzbeschleunigung nutzt.

 

dscf4021_800Die erste Haarnadel konnte durch das beiderseitige Hinzufügen einer zusätzlichen Gerade deutlich entschärft werden. Das zu überwindende Gefälle auf Spur 1 lässt trotzdem Vergleiche mit „Corks screw“ in Laguna Seca aufkommen.

 

Die Gegengerade führt unter der Überfahrt hindurch. Besonders anspruchsvoll ist hier der Bremsbereich auf der nur bedingt einsehbaren Spur 1 – das richtige Geschwindigkeitsgefühl ist somit entscheidend, um die optimalen Bremspunkte nicht zu verpassen.

 

Die Kombination verlangt den Fahrzeugen ein neutrales Fahrverhalten ab, um möglichst viel Geschwindigkeit mit auf die längste Gerade des Parcours nehmen zu können. Insbesondere auf Spur 8 gelingt das nicht immer. Gelegentlich stranden die Modelle unterhalb der Brücke im Randstreifenbereich – sehr zum Leidwesen der Einsetzer und der gleichzeitig fahrenden Konkurrenten, die zu einem Notstopp gezwungen werden, um die Bergung des verunfallten Boliden zu ermöglichen.

 

Der Anbremspunkt vor der Boxengasse ist in Abhängigkeit von der Fahrzeugklasse sehr unterschiedlich. Die mit Spiritmotoren befeuerten Prototypen und die SCX-F1-Monoposti können hier eindeutig das Gas am längsten stehen lassen.

 

dscn3109_800Die zweite Haarnadel vor der Startzielgeraden verlangt vom Piloten auf Spur 8 vollste Konzentration. Einen Vorteil bietet diese Kurve jedoch: der Pilotenstammplatz erlaubt das eigene unmittelbare Einsetzen. Damit ist der Pilot oftmals schneller, als der zum Bergungsdienst abgestellte Streckenposten.

 

Gleichzeitig muss der Kollege auf Spur 1 das gesunde Maß zwischen Beschleunigungsrisiko und Sicherheit finden, um fehlerfrei zur nachfolgenden Start-Ziel-Gerade zu gelangen. Eine Randstreifenbodenwelle zu viel und der Renner rollt an einem ausgesprochen ungünstigen Standplatz aus.