25 Jahre Rennerei und kein Ende... 04.09.2016 

Die Geschichte der Dahlheimer Rennbahnfreunde kurz auf den Punkt zu bringen, ist nicht einfach. Modellautoliebe, Spaß, Gemeinsamkeit, lustiger Wettstreit oder gelebte Kinderträume sind jedoch Puzzleteile, die in jedem Fall dazugehören.

dscn0264_1024Der Slot.it-Porsche-956C im Infield des Kurses in Dahlheim. Ausfallgefährdet ist er nicht. Sascha wurde mit eben diesem Modell Meister der Saison 2015...

Seit mittlerweile 25 Jahren können wir es nicht lassen, im etwas größeren privaten Kreis auf der guten alten Rennbahn unser Unwesen zu treiben. Der Grund dafür ist sicherlich ganz einfach: Einerseits teilen wir alle diesen Traum aus den 60ern, 70ern und 80ern und wir alle konnten diesen nicht richtig leben. Irgendwann war dann allerdings der Platz, das Kleingeld und noch immer der kindliche Spieltrieb vorhanden, um ihn zu leben. Der Rest ist Geschichte.

Die ersten Rennjahre waren immer nur kurze Wochenendintermezzi. Das Wohnzimmer wurde ausgeräumt,  die seit 1993 raumfüllende 8spurige Bahn aufgebaut und im Anschluss wieder verpackt. Seit 1998 ist diese Epoche jedoch vorbei. Fest installiert und dauerhaft stabil kann sie seitdem genutzt werden, wobei der aktuelle Kurs seit 2001 bereits Bestand hat - zu gut hat er sich bewährt.

Die nicht zu häufigen jährlichen Renntermine wurden dabei über die Jahrzehnte beibehalten, denn nur 8 bis 10 Rennen setzen wir innerhalb eines Jahres an. Die allerwenigsten von uns können alle wahrnehmen. In jedem Fall bleibt der Reiz des Besonderen bis heute erhalten und der Kreis der Aktivisten bleibt sich treu, obwohl nicht wenige sagen, dass wir mittlerweile viel zu alt für "den Scheiß" sind. Ich hoffe, dass dieser Punkt noch lange nicht erreicht ist.

Heute fahren im Grunde 2,5 Generationen an der Bahn. Zwischen 10 und 60 Jahre alt sind die FahrerInnen, wobei das große "I" herauszustellen ist. Ich kenne keine Renngemeinschaft in und um Nordhessen herum, bei der so viele und schnelle(!!) Frauen an der Bahn stehen. Allein dieser Umstand zeigt, dass wir irgendwie anders sind und das Klima besonders ist.

Gefahren wird dabei in ganz verschiedenen Rennklassen, in der jährlich wiederkehrend TitelträgerInnen gesucht werden. Nicht alle Klassen werden dabei immer ausgeschrieben. Diese wechseln ebenso wie die einzusetzenden Modelle. Die Kurzweiligkeit bleibt somit auch gewahrt und niemand kann sich sicher sein, über Jahre hinweg zu dominieren, wie man an der Liste der MeisterInnen der Vergangenheit sehen kann:

Jahr DTM-Meister DSM-Meister Endurance-Meister G.P. de Miniature Klassikmeister
1999 Karsten Dirk Alex/Frank --- ---
2000 Micha Alex Uli/Matze --- ---
2001 Dirk Dirk Uwe/Micha Stefan H. ---
2002 Alex Uwe Alex/Werner Alex ---
2003 Dirk Matze Uli/Matze Dirk ---
2004 Matze Matze Uwe/Micha Matze ---
2005 Dirk Sascha Sascha/Werner Alex ---
2006 Werner Uli Sascha/Werner Werner ---
2007 Alex Matze Uwe/Micha Matze ---
2008 Sabrina Matze Sascha/Werner Werner ---
2009 Micha Dirk Sascha/Werner Werner ---
2010 Micha Werner Sascha/Marc Sabrina ---
2011 Micha Werner Alfred/Fiury/Ahli Dirk ---
2012 Alex Sascha Dirk/Thorben Micha ---
2013 --- Sascha Karsten/Sabrina Matze Alex
2014 --- Alex Karsten/Sabrina Werner Werner
2015 --- Werner Sascha/Jürgen Alfred Sascha
2016 ---  Alfred Werner/Detlef Alfred Karsten
2017
Robert Sascha Robert/Sandra
Robert Robert
 2018  Alex/Sascha  Robert   ---
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Auch wenn die DahlheimerInnen intensiv Rennen fahren, so sind sie sicherlich nicht ansatzweise "Pros". Stunden währende Fahrwerksvorbereitungen findet man bei uns nicht, Reifenschleiforgien genauso wenig. Ich weiß nicht, ob dies der Schlüssel zum Erfolg ist, vielleicht. Eins ist jedoch auch sicher: annähernd fehlerfrei "drücken" können viele.

lmp12Wie die Zeit vergeht, wir waren auch schon einmal etwas jünger...

Der Reiz der Herausforderung führte uns in den letzten Jahren an ganz verschiedene Orte. In den 90ern waren dies der Racetrack Hausen in Frankfurt und das Renncenter Rhein-Main in Mörfelden/Walldorf. 1998 erfüllten wir uns dann einen Traum. Wir nahmen Teil an unserem ersten 24 Stundenrennen: den 24-Stunden von Meineringhausen 1998.

Waren die Aufenthalte in Südhessen noch von großen Defiziten bei der Vorbereitung geprägt, brachte das Rennen in der Nähe Korbachs den Durchbruch: Sieg bei der Premiere, vielleicht mit "dem" Dahlheimer GT-Rennbahnmodell schlechthin, einem Ninco McLaren GTR.

Auch die folgenden Auflagen in Meineringhausen konnten wir für uns entscheiden, bevor wir 2006 in Gießen auf einen Teil der bundesdeutschen 132er-Elite trafen. Trotz einiger Vorbereitungsfehler konnten wir einen vierten Platz erringen. Gar nicht mal schlecht, eigentlich.

20130414_143516_1024Ein Preis und ein Einsatzfahrzeug als Unikat: Nur für uns, 6 wackere Streiter, die sich regelmäßig im südlichsten Ort Niedersachens zur Rennerei treffen...

In den letzten Jahren haben einige von uns die 124er-Szene schätzen gelernt. Das ruhige Fahren auf glatten Holzbahnen in Nordhessen hat eben auch was. Der Höhepunkt unseres Irrsinns trieb uns dann im Jahr 2013 ins Ausland.

Beim WRE 2013 in Salsomaggiore Terme waren wir Teil der (in)offiziellen NSR-Klassik-24-Stunden-Weltmeisterschaft. Das internationale Ambiente war unvergesslich, auch wenn wir rennstrategische Fehler machten. Zu erleben, dass wir nach einer Rennstunde in dem 46-köpfigen Teamfeld auf einer stark benachteiligten Außenbahn in die Top-30 vorgefahren waren, war allerdings grandios. Das nachfolgende Pech schenken wir uns an dieser Stelle einfach. Die Veranstaltung war schlicht magisch und treibt uns weiter an.

Alex